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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 425 mal aufgerufen
 Motorrad Benzingespräche
Scharlachdorn Offline

Racetrellist

Beiträge: 454

29.07.2018 23:14
Neulich bei der Obduktion... antworten

Bekannt ist, dass DER Mensch zur Zeit ressourchentechnisch ca. 1,7 Erden verbraucht, also in dümmlicher Ignoranz weit über seine Verhältnisse lebt. Weniger bekannt ist, dass es auch völlig ignorante Estrellafahrer geben muss. Und dieser Gedanke kam so: als ich kürzerlich meinem Lieblingshobby Platz Nummero 17, also der Zerlegung alter Estrellamotoren nachgegangen bin, musste ich zu meiner Überraschung einen Ventilspiel von 3,5 und 4,0 Millimetern am vorliegenden Zylinderkopf messen. Also ca. 20 fach über normal. Zuerst dachte ich, dass einfach jemand die Einstellschrauben willkürlich und achtlos hinterlassen hat (der Motor wurde mir als defekt zugestellt)...

Die ausgebauten Kipphebel ließen dann die Tragödie schnell in den Bereich der Pathologie wandern. Das Ventilspiel war so riesig, weil die Kipphebel extrem abgeschliffen waren (oben im Bild Normalzustand und unten Totalschaden) und das nimmt ein altes Technikerherz schon ganz schön mit, denn eine Estrella mit nur 0,3 mm Ventilspiel klingt bereits wie ein Hammerwerk. Nicht vorstellbar, dass jemand morgens einen Motor mit 3,0 Millimetern Ventilspiel startet, um wie gewohnt zur Arbeit zu fahren (von der fehlenden Leistung infolge mangelnder Ventilöffnung mal ganz abgesehen). Das bringt nicht mal ein Schwerhöriger. Man stelle sich nur vor wie lange es dauert, bis ein Ventitrieb so zerschlissen ist. Selbst bei Ölmangel dauert das. Der Tod des Triebwerks ist jedenfalls aus einem anderen Grund eingetreten. Und zwar hat das rechte Lager der Nockenwelle irgendwann so stark gefressen, dass sie so schnell wie so sollte nicht mehr konnte und das Antriebsrad durchgedreht hat ohne seinen Partner weiter anzutreiben. Der kleine Pin am Kettenrad war abgeschert und steckt noch in der Welle. Die Nockenwelle kann man normal einfach rausnehmen - diese hier musste mit größter Hammertechnik ausgetrieben werden:





Euer Chefpathologe

Scharlachdorn

Soulie Offline

Der Laminator


Beiträge: 2.360

30.07.2018 09:58
#2 RE: Neulich in bei der Obduktion... antworten

Wie lange muss man ohne Öl fahren, bis man das schafft?
Oder war die Ölzufuhr zum Kopf dicht?

Scharlachdorn Offline

Racetrellist

Beiträge: 454

30.07.2018 10:25
#3 RE: Neulich in bei der Obduktion... antworten

Ich vermute mehrere hundert bis tausend Kilometer Fahrt mit völlig falschem Öl oder / und Öltiefstand bzw. Totalmangel.

Würde man die Ölzufuhr zur Nockenwelle (hydrostatisches Gleitlager) unterbrechen, tritt innerhalb weniger Kilometer / Minuten der Triebwerkstod ein. Das gilt übrigens für die meisten Vierdaggter.

Gruß

SD

Rolf Online

1. Sprücheklopfer


Beiträge: 3.888

30.07.2018 10:56
#4 RE: Neulich in bei der Obduktion... antworten


ohne für dieses Produkt Reklame machen zu wollen,
meine ich die richtige Plörre in den Motor seit Jahren in den Motor meines Sternchens zu kippen!!!!!

Angefügte Bilder:
Unbenannt120.png   Unbenannt88.png  
Scharlachdorn Offline

Racetrellist

Beiträge: 454

30.07.2018 11:47
#5 RE: Neulich in bei der Obduktion... antworten

Ja Rolf. Danke für die Anteilnahme Rolf.

Mit flaschem Öl meine ich jedenfalls eher, dass jemand was viel zu dünnes z.B. Hydrauliköl oder Zweitaktschmierstoff benutzt hat.

In der BRD kann man jedenfalls bei der 4T-Ölfrage nie so falsch liegen, um so einen Schaden zu bewirken.

rolich Offline

Amateur


Beiträge: 43

20.08.2018 22:42
#6 RE: Neulich in bei der Obduktion... antworten

Welch ein herzloser Mensch hat diesen Motor zu Tode geritten? Vielleicht war der sehr alt und schwerhörig. Anders kann ich mir den nicht vorstellen.

Rolf Online

1. Sprücheklopfer


Beiträge: 3.888

21.08.2018 12:12
#7 RE: Neulich in bei der Obduktion... antworten



oder jung und unerfahren,
und natürlich von der Technik der Motoren,
bzw.-von Motoröl keinerlei Wissen "geschweige denn Ahnung".

Angefügte Bilder:
emil.png  
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