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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 1.849 mal aufgerufen
 Estrella Technik
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Aller Offline

Neuling

Beiträge: 19

19.03.2016 11:31
Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Hallo zusammen,

wie schon in der Vorstellung geschrieben nehme ich die Estrella nach langer Standzeit wieder in Betrieb. Aus der Garage herausgeholt trorz Abdeckung ein trauriger, verstaubter Anblick, also erst mal putzen.
Schon beim ersten Bremsen war klar, da muss mehr gemacht werden, denn sie ließ sich kaum noch schieben. Also auch erst mal wieder Luft in die Reifen rein, jetzt geht's leichter, aber klar, die Bremsen sind fest.

Jetzt muss ich noch schreiben dass ich gerne und viel selber schraube und auch über eine kleine Werkstatt habe.
Was war also zu tun:

Also Bremsen vorn und hinten fest, Bremszangen demontieren, Bremskolben in der Bremszange wieder gangbar gemacht, also Kolben ganz zurückgesetzt und einige Male wieder vorgepumpt. Ging dann so leicht, dass der Bremskolben mit der Hand wieder zurückgedrückt werden konnte. Die Flüssigkeit werde ich dann noch wechseln. Ist unbedingt nötig, denn die Brühe ist schon ganz dunkel.

Da vor 10 Jahren ordentlich gelaufen, und das Öl im Schuaglas noch hell was habe ich auf einen Ölwechsel vor dem ersten Start vezichtet. Das wollte ich nach dem ersten Warmlaufen machen.
Batterie war ausgebaut noch einige Jahre immer wieder geladen, aber die war dann doch zu platt, daher neu.
Der Vergaser war leer, weil ich den Sprit immer ablasse, wenn absehbar ist dass ein Motor eine Weile stehen wird.
Aber der Tank war innern plötzlich ganz rostig, ja so ein Dreck, also so geht das nicht. Dann Tank runter zu einem Bekannten gegeben, der den entrostet und beschichtet.
Aber ich wollte mal wissen, ob der Motor noch geht, daher neue Batterie rein und aus einem Behelfsbehälter den Sprit in den Vergaser reinlaufen lassen.
Kurz den Anlasser betätigt und der Motor läuft. Erst unrund dann gleichmässig. So ein bis zwei Minuten Lauf dann plötzlich ein Klickgeräusch, dann noch eines, wie ein Schlag mit einem kleinen Hämmerchen gegen den Motorblock, aber ganz unregelmässig. !0 sec nix, dann zweimal innerhalb einer Sekunde dann wieder nix.
Motor also aus, Öl gecheckt Öl ist genug drin. Naja dacht ich mir vielleicht scheppert das ja, weil's auf der blechernen Hebebühne steht, also runter und raus, angemacht -> klopft. Gibts doch nicht. Also wieder rein Ventilspiel, Steuerkette alles sauber und in Ordnung.

Exkurs ins Jahr 2002:
An der Stelle muss ich vielleicht erwähnen, dass ich die Estrella mit Motorschaden gekauft habe und dass der Motor ohne Öl gefahren wurde. Das hat den Zylinderkopf total zerstört. Nockenwelle und das Gleitlager im Kopf waren verschweißt. Die Kipphebel ausgeglüht.
Da Teile bekannermassen teuer sind habe ich mich damals (2002) nach einem Gebrauchtmotor umgesehen - > es gab nichts. Das wird teuer dachte ich denn der Kopf mit Innereien und ein neuer Kolben und Pleuel wären fällig gewesen. Jetzt kam mir doch das Glück zu Hilfe, denn bei irgendeinem KAWAhändler brannte es und auch eine Estrella verbrannte. Den neuen, aber verbrannten Motor konnte ich dann sehr günstig erwerben. Pferdefuß ich musste ungesehen kaufen. Der Motor sah äußerlich verheerend aus, aber innen war er wie neu. Also alle neuen inneren Teile in das originale Gehäuse einbauen. Den Zylinderkopf bekam ich ziemlich sauber, man sieht das nicht mehr, wie der mal aussah. Dann lief der Motor einwandfrei.

Exkurs beendet jetzt wieder 2016:

Motor läuft klopft aber was ist zu tun. Rechter Deckel runter Kupplung raus, so dass das Getriebe nicht mitläuft. Deckel wieder drauf - > Klopft.
Kupplung wieder rein linker Deckel runter, AGW stillgelegt Deckel drauf -> klopft. Also kanns nur von der KW, oder NW kommen.

Kopf ab -> alles ok Motor raus und auseinander-> linkes KW Lager hat Rostspuren! Ja so ein Sch....!

Also KW unter die Presse NW antrieb und Lager entfernt und tatsächlich Pitting auf der Lauffläche der Kugeln. Lager besorgt, aufgepresst, NW-Antrieb aufgepresst und Motor wieder zusammengebaut. Fast, denn jetzt brauche ich Eure Hilfe, das Handbuch, weil ich keine Anzugswerte für die Kopfschrauben mehr habe.

Weiß jemand von Euch, welches Drehmoment für die Schrauben vorgesehen ist? Oder hat jemand das WHB?

Anbei einige Bilder von der Operation.









Das sind jetzt nur die Arbeiten am Motor, bis wirklich alles wieder ok ist, das braucht dann noch ein wenig.

Aber das Schraubern gehört zum Motorradfahren einfach auch dazu. Und wenn das fertig ist dann wird auch die Freude wieder groß sein.

Grüße

Aller

Rolf Offline

1. Sprücheklopfer


Beiträge: 4.291

19.03.2016 11:58
#2 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Aller,
bitte unseren Chef...Cadfael-Andreas,
um das besagte WHB.

Aller Offline

Neuling

Beiträge: 19

19.03.2016 20:26
#3 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

So, jetzt ist der Motor zusammengebaut. Dank des Handbuchs habe ich jetzt alle Schrauben korrekt anziehen können.

Da der Rahmen an einigen Stellen noch schmutzig ist werde ich vor dem Einbau des Motors noch da sauber machen, wo man sonst nicht so gut hinkommt. Auch werde ich den Auspuff, Krümmer und Kettenschutz und die Felgen mal polieren. Sieht alles irgendwie matt aus.
Das Wetter ist ja noch nicht so nach fahren. Daher hoffe ich fertig zu werden bis der Frühling kommt.

Grüße

Aller

keep smile all the while

Soulie Offline

Der Laminator und Sattel-Max


Beiträge: 3.206

20.03.2016 08:58
#4 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Schön, dass wir einen weiteren Schrauber hier haben.

Aller Offline

Neuling

Beiträge: 19

20.03.2016 21:03
#5 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Also der Luftfilter ist auch nicht mehr ganz taufrisch. SIeht aus als wären die Motten reingekommen. Ist praktisch schon beim Herausziehen zerfallen.



Grüße

Aller

keep smile all the while

Rolf Offline

1. Sprücheklopfer


Beiträge: 4.291

20.03.2016 22:19
#6 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Ein Luftfilter den man(N) oder frau so,
auch nur selten zu sehen bekommt!
(.einrahmen)

Aller Offline

Neuling

Beiträge: 19

22.03.2016 09:30
#7 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Der hat meine Ganze Hebebühne eingesaut.
Jetzt muss ich erst mal zusammenkehren.

Der Filter ist schwer und vollgesaugt mit Öl, da sieht man, wie wichtig eine Inspektion aller relevanten Teile bei der Inbetriebnahme ist.
Jetzt brauche ich auch noch einen neuen Luftfilter. Bis der da ist kehre ich mal auch im Luftfilterkasten die Brocken raus.

keep smile all the while

Soulie Offline

Der Laminator und Sattel-Max


Beiträge: 3.206

22.03.2016 12:03
#8 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Da lobe ich mir den Papierfilter bei meiner XBR.
Diese Schwämme finde ich ätzend.

Aller Offline

Neuling

Beiträge: 19

22.03.2016 12:29
#9 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Da hast Du recht. An der XT und der Guzzi habe ich K+N verbaut und bin schon seit vielen Jahren sehr zufrieden mit diesen Produkten.

Grüße

Aller

keep smile all the while

Anton Offline

Sternchen


Beiträge: 308

27.03.2016 20:41
#10 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Heute nach 5 Monaten Stillzeit ,Batterie geladen und eingebaut, ein mal ohne Choke kurz dann mit Choke und sofort gestartet. In der Tiefgarage 10 km gemacht und Freude Pur.

Aller Offline

Neuling

Beiträge: 19

28.03.2016 20:59
#11 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Ja, auch hier geht es weiter.
Der neue Luftsilter ist da, es ist kein originaler Kawafilter. Gekauft bei E**y.
Zuerst musste ich den alten Lufi entfernen und den Träger und vor allem das Luftfiltergehäuse gründlich reinigen. Der neue LUFI ist etwas breiter als der alte, dafür entfällt der Schumstoffstreifen im Verschlussdeckel.



Ich habe den neuen Schaumstoff ganz leicht mit einem Luftfilterspray eingesprüht und dann verbaut.
Dann wurde danach der Wechsel der Bremsflüsigkeit durchgeführt.
Im Geberzylinder sah es so aus:



Die Flüssigkeit kam schwarz aus dem Bremssattel heraus.



Füllt man oben neue rein, dann sieht es unten so aus:



und oben dann so:



Kein Hexenwerk, das ist nach einigen Minuten erledigt. Wichtig (wie bei eigentlich allem): Sauber schaffen.

Dann noch dieselbe Prozedur am hinteren Bremssattel und schon ist das Thema Bremsflüssigkeitswechsel erledigt.

Wer das selber machen möchte sollte bitte jemand dabeihaben, der damit schon Erfahrung hat.

Grüße

Aller

keep smile all the while

Aller Offline

Neuling

Beiträge: 19

29.03.2016 20:02
#12 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Anton, bist Du echt 10 km in der TG gefahren? Entweder ist die TG recht groß, oder du kannst jetzt perfekt Kreise fahren.

Grüße

Aller

keep smile all the while

Rolf Offline

1. Sprücheklopfer


Beiträge: 4.291

29.03.2016 20:45
#13 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten


Anton,
ein bisschen Spaß muss sein?!
Habe auch noch ein Späßchen,
5(fünf)Monate Stillzeit,
obwohl nicht ungewöhnlich für eine Mutter mit Baby!
Gruß Rolf

Anton Offline

Sternchen


Beiträge: 308

30.03.2016 03:55
#14 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Zitat von Aller im Beitrag #12
Anton, bist Du echt 10 km in der TG gefahren? Entweder ist die TG recht groß, oder du kannst jetzt perfekt Kreise fahren.

Grüße

Aller


Eine runde 255m ,ja ist recht groß.

Linus Offline

Einzylinder


Beiträge: 1.265

30.03.2016 08:26
#15 RE: Inbetriebnahme nach 10 Jahren Standzeit Antworten

Moin.

Und in der 40. Runde bist du wegen schleichender Kohlenmonoxidvergiftung vom Mopped gefallen?

cheers
Stephan

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